Förderung bewilligt: neuer Exzellenzcluster „Internet of Production“

Mit Spannung wurde die Entscheidung des internationalen Expertengremiums zur Förderung der von der RWTH eingereichten Exzellenzclusteranträge erwartet, die nun am 27. September 2018 bekanntgegeben wurde: Die zukunftsträchtigen Exzellenzcluster „Internet of Production“, „The Fuel Science Center – Adaptive Systeme zur Umwandlung von erneuerbarer Energie und Kohlenstoffquellen“ und „ML4Q – Materie und Licht für Quanteninformation“ werden ab dem 1. Januar 2019 für zunächst sieben Jahre gefördert.

Das IKV präsentiert mittels Augmented Reality Möglichkeiten und Mehrwert einer informatorisch und materiell vernetzten Fertigung | Foto: IKV/Fröls

Das IKV ist mit mehreren Teilprojekten am Exzellenzcluster „Internet of Production“ beteiligt und freut sich sehr über das Ergebnis des Auswahlprozesses und die damit ausgedrückte Wertschätzung des hohen Niveaus der Forschung am IKV. Das Cluster „Internet of Production“ basiert auf den Erkenntnissen des seit 2006 existierenden Exzellenzclusters „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ und beschäftigt sich nun mit der digitalen Transformation der Produktionstechnik.

Über 25 Institute und Forschungseinrichtungen und mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Produktionstechnik, Informatik, Werkstoff- sowie Wirtschaftswissenschaften beteiligen sich an der Forschung. Gemeinsam werden ingenieurswissenschaftliche Methoden und Prozesse entwickelt, um die bei der Produktion anfallenden Daten im Internet der Produktion zusammenzuführen und damit domänenübergreifend zugänglich und anwendbar zu machen.

Obwohl in der modernen Produktionstechnik große Datenmengen anfallen, sind diese bisher weder einfach zugänglich, noch vernetzt und so interpretierbar, dass daraus Wissen generiert werden kann. Das Exzellenzcluster „Internet of Production“ verfolgt die Vision, ein neues Niveau bereichsübergreifender Kollaboration zu ermöglichen, indem semantisch adäquate und kontextbezogene Daten aus Entwicklung, Produktion und Nutzung in Echtzeit und optimaler Auflösung zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzung aller relevanten Daten verspricht eine deutlich verbesserte Prognosefähigkeit und Beherrschbarkeit von Produktionsprozessen und birgt in Zusammenhang mit dem maschinellen Lernen großes Potenzial für die Produktionstechnik.

Mit der Bewilligung von drei Clustern kann die RWTH einen weiteren großen Erfolg in der Exzellenzstrategie verbuchen: Bundesweit gingen 195 Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein. 88 Förderanträge von 41 Universitäten wurden anschließend als Vollanträge angefordert und begutachtet, 57 Anträge von 34 Universitäten wurden letztendlich bewilligt. Nur zwölf deutsche Universitäten erhielten die Zustimmung für mehr als zwei Cluster, die RWTH hat also auch in diesem Vergleich eine Spitzenposition erreicht.

Die RWTH Aachen bereitet nun auch ihre Bewerbung als Exzellenzuniversität vor – mit drei Exzellenzclustern, zwei eigenen und einem in Kooperation mit der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, hat die RWTH eine gute Ausgangsposition, um auch hier eine Bewilligung zu erreichen.

Hintergründe zur Exzellenzinitiative
Die „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“, mit der Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, die Spitzenforschung betreiben, gefördert werden, wurde 2005 erstmals ausgelobt. Das Konzept umfasste drei Förderlinien: Graduiertenschule, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte. Diese Förderlinien sollten unterschiedliche Bereiche des Wissenschaftsbetriebs fördern. Ab 2019 wird das Förderprogramm unter der Bezeichnung „Exzellenzstrategie“ in veränderter Form weitergeführt und umfasst dann nur noch zwei Förderlinien: Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Das Gesamtprogramm ist ab 2018 mit jährlich insgesamt 533 Millionen Euro dotiert.

Durch die Exzellenzcluster sollen international wettbewerbsfähige Forschungsfelder projektbezogen unterstützt werden, die Förderlaufzeit beträgt sieben Jahre. Exzellenzcluster können auch von Universitätsverbünden betrieben werden und fördern auf diese Weise wissenschaftliche Vernetzung und interdisziplinäre Kooperation. Für Exzellenzcluster werden Fördermittel in Höhe von rund 385 Millionen Euro jährlich vorgesehen.

Die Förderlinie Exzellenzuniversität beruht auf der Basis erfolgreicher Exzellenzcluster und sichert eine dauerhafte Förderung der Universität beziehungsweise des Universitätsverbunds. Bedingung ist die Bewilligung von mindestens zwei Exzellenzclustern derselben Universität, bei Verbünden werden mindestens drei Exzellenzcluster vorausgesetzt. Für die Förderung von Exzellenzuniversitäten werden jährliche Mittel von rund 148 Millionen Euro vorgesehen.